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28.05.2011
Der neue Erste Beigeordnete im Porträt

Gerhard TerlitzkiDer von der SPD nominierte Gerhard Terlitzki ist der neue Ersten Beigeordneten der Gemeinde Wehrheim. Wir stellen den 62-jährigen, ehemaligen Polizeibeamten, vor.

Gerhard Terlitzki setzt auf die leisen Töne. Gleich den Mund aufmachen und losplappern – nein, das ist seine Sache nicht. Er überlegt, was er sagt, ist gerade dabei, sich mit seiner neuen Aufgabe als Erster Beigeordneter und Bürgermeister-Vertreter vertraut zu machen. Vergangene Woche wurde er in der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertreter gewählt, nun liegt sein Arbeitszimmer voll mit Unterlagen, wie er erzählt.

Der neue Mann arbeitet sich in die Abläufe ein, verschafft sich einen Überblick und kündigt an, sich nicht nur um seinen Wohnort Wehrheim, sondern auch um die anderen Ortsteile kümmern zu wollen. Einige Mitarbeiter der Verwaltung hat er schon kennengelernt, gestern stand seine erste Gemeindevorstandssitzung an.

Angst vor der neuen Aufgabe habe er nicht, auch wenn sie kein Ziel gewesen sei, auf das er hingearbeitet habe. “Es ist ein großes Aufgabengebiet, aber ich denke, dass ich dazu in der Lage bin”, sagt der 62-Jährige und verspricht: “Ich werde mein Bestes geben.”

Dass der Parteilose, der sich von seiner Einstellung her als Sozialdemokrat bezeichnet, nun das Ehrenamt des Ersten Beigeordneten innehat, habe sich “so ergeben”. In Vorbereitung der Kommunalwahlen war die SPD auf Terlitzki zugekommen und hatte ihn gefragt, ob er zu einer Kandidatur für den Gemeindevorstand bereit sei. “Ich habe mir das durch den Kopf gehen lassen und mir dann gedacht, es wäre an der Zeit, etwas zurückzugeben.”

Denn wenn Gerhard Terlitzki von Wehrheim spricht, dann gerät er ins Schwärmen. Dann erzählt er von Freundlichkeit und Geborgenheit, von toller Nachbarschaft und ländlicher Idylle. Ländliches Leben kannte er schon aus seiner Heimat Grünberg, von wo aus ihn sein Weg über verschiedene Stationen schließlich vor 26 Jahren nach Wehrheim führte – mit seiner Frau Karin, die er 1978 kennengelernt und im Jahr darauf geheiratet hatte, und dem 1980 geborenen Sohn Alexander.

Terlitzki will also seiner Wahlheimat etwas zurückgeben, und nun hat er auch die Zeit dazu. Vor einigen Jahren hatte er schon einmal als Nachrücker für die SPD in der Gemeindevertretung gesessen, aber einsehen müssen, dass die Kommunalpolitik zeitlich mit seiner Position als Leiter des Polizeireviers in Frankfurt-Höchst nicht vereinbar war. “Das war ein Full-time-Job”, sagt Terlitzki. Vor zwei Jahren ging der Erste Polizeihauptkommissar in den Ruhestand, denn er hatte die Altersgrenze erreicht.

Als junger Mann hatte er zunächst den Beruf des Fernmeldehandwerkers gelernt, bevor er 1969 zur Polizei ging. Terlitzki bildete sich fort und arbeitete sich hoch, war im Schutz- und Streifendienst, später mit Umweltkriminalität befasst und zuletzt Revierleiter. “Vernünftige Arbeitsergebnisse sind nur in Teamarbeit zu erreichen”, ist eine Erfahrung des Wehrheimers, der im Job des Polizisten nicht nur die Durchsetzung von Recht und Ordnung, sondern auch einen sozialen Aspekt sieht.

Teamarbeit, soziale Aspekte – sie dürften ihm auch in seinem neuen Ehrenamt begegnen. Zeit für Familie, Freunde und die Hobbys sollen aber dennoch bleiben. Terlitzki wandert gerne – zum Beispiel mit Schnauzer Guinness –, macht Nordic Walking, sieht im Fernsehen gerne Reisesendungen und Naturberichte, ist Kleingärtner und leidenschaftlicher Leser. Hermann Hesse ist sein Favorit, aber auch Heinrich Böll, Siegfried Lenz und Leo Tolstoj liest er gerne.

Text mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse/Taunus Zeitung
Autorin: Stefanie Heil