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22.03.2011
Atomkraft, Nein Danke!

Nach der Atom-Katastrophe in Japan gab und gibt es jetzt in vielen Städten und Gemeinden in Deutschland Mahnwachen gegen die die fatalen Auswirkungen der Atomtechnologie. Im folgenden dokumentieren wir die Rede von Andrea Pfäfflin, SPD-Parlamentarierin im Wehrheimer Gemeindeparlament und des Kreistages des Hochtaunuskreises, anässlich der Mahnwache gegen Atomkraft in Wehrheim.

10 Tage sind vergangen, seit in Japan die Erde bebte, ein Tsunami große Teile der Nordinsel zerstörte und unvorstellbares Leid auslöste. Naturkatastrophen waren die Menschen schon immer ausgesetzt. Im Laufe der Menschheit hat man beim Wiederaufbau zerstörter Siedlungen versucht, aus den Folgen zu lernen, die Kräfte der Erde weniger zerstörerisch zu machen. Japan fühlte sich gut gerüstet.

Trotz der Vorkehrungen eines Hochtechnologielandes – führend in der Robotertechnik – musste Japan die Zerstörung von Städten und Dörfern hinnehmen.

Zeit, die vielen Opfer zu betrauern und würdevoll zu bestatten, bleibt angesichts des Elends, der Wetterbedingungen und der mangelnden Versorgungsmöglichkeiten nicht.

Schmerzlich bewusst wurde durch die Bilder in Fernsehen und Internet allen Menschen auf dieser Welt, wie zerbrechlich menschliches Leben ist.

Und der Schrecken nimmt kein Ende und diesmal ist er nicht Naturgewalten geschuldet.

Die Reaktorblöcke von FUKUSHIMA bedrohen mit ihren atomaren Feuern Mensch und Natur. Unkontrollierte Explosionen, keine Kühlungsmöglichkeiten mehr, versagende Sicherheitssysteme, offene Brennstofflager, Evakuierung der Bevölkerung im Umkreis von bisher 30 Kilometern, Evakuierung des Krisenpersonals, dann Abordnung von Freiwillen aus Feuerwehr, technischen Diensten, Militär, um Meerwasser in die überhitzten Reaktorblöcke zu spritzen mit Geräten, die gebaut sind, um Wohnhäuser zu löschen – das alles unter höchste Lebensgefahr und im ständigem Wechsel, um der todbringenden Strahlung nicht zu lang ausgesetzt zu sein….

Das atomare Feuer in den Reaktoren zeigt sein vernichtendes Gesicht, ein Gesicht, von dem viele, die heute hier sind, wussten und vor dem wir immer wieder gewarnt haben. Man hat  uns beschwichtigt und tut es schon wieder, mit mathematischen Restrisiken  und Technikglauben.

Auf grausame Weise wurden und werden diese statistischen Wahrscheinlichkeiten der ganzen Welt in ihrem Ausmaß brutal vor Augen geführt.

Hilflos, ohne Plan; nur reagierend und auf ein Wunder hoffend, steht ein hochentwickeltes Land wie Japan vor den Reaktorblöcken von Fukushima.

Tausende Menschen müssen evakuiert werden, nicht nur für kurze Zeit –  auf Dauer, weil ihre Heimat zu einer unsichtbaren Bedrohung geworden ist.

Und diese Last ist über viele Generationen zu tragen, da kann nichts wie nach Erdbeben oder Tsunami wieder aufgebaut werden…

Erhöhte Radioaktivität in Lebensmitteln und Trinkwasser, kilometerweit entfernt, radioaktive Wolken, die in den Pazifik abregnen und sich in den Meersorganismen im gesamten Ökosystem der Ozeane verteilen werden. Wolken, die  mit ihrer Partikelfracht bereits in den USA messbar sind.

„FUKUSHIMA ist überall“  titelte der Spiegel. Alle, die hier heute ihre Solidarität mit dem japanischen Volk ausdrücken, ihre Trauer und ihr Mitgefühl zeigen, machen Sie bitte auch deutlich: Lassen wir uns nicht  beschwichtigen von den Beteuerungen der Atomkraftbefürworter und Profiteure!

Es bleibt nach diesen furchtbaren Märztagen nur der Ausstieg aus der Atomkraft!!!

Natur und menschenverträgliche Energie und die Technik, sie einzusetzen, haben wir. Die Sonnenkraft, der Wind, Kraft-Wärme-Kopplung, Erdwärme und Wasserkraft und nicht zuletzt Energieeffizienz.

 Wir alle haben Verantwortung für das Leben in der Welt – heute – morgen und in die Zukunft. Aus „Atomkraft  – nein danke!“ muss werden „Erneuerbare – ja bitte  – sofort und unumkehrbar!“

Aus Verantwortung gegenüber allen Bewohnern unseres Planeten Erde.

 

Wir danken Ihnen für Ihr Kommen!