Neuigkeiten

03.08.2007
Schweizer machen Hochtaunus-Müll zu Strom

Die SPD-Ferienfraktion informierte sich auf der Deponie Brandholz über die Müllpolitik im Hochtaunuskreis.

Neu-Anspach/Wehrheim. Was hat es mit dem “Mülltourismus” im Hochtaunuskreis auf sich? Das wollten die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Wehrheim erfahren, die sich mit der SPD-Ferienfraktion zur Deponie Brandholz aufgemacht hatten.

Hier bekamen sie vom Ge­schäftsführer der Rhein-Main-De­ponie (RMD) GmbH, Gerd Mehler, Antworten auf diese und viele andere Fragen. „Die Zeiten, als der Kompost auf die hauseigenen Misthaufen kam, sind tatsächlich längst vorbei. Damals kamen die wenigen Verpackungen einfach in den Ofen”, berichtete Mehler. „Mit dem Aufkommen der Plastikverpackungen wurde auch die moderne Müllabfuhr begründet, weil aus den Öfen plötzlich gefährlicher Rauch aufstieg und der Hausmüll immer häufiger wild am Rande der Ortschaften entsorgt wurde.”

Dass sich die RMD längst vom klassischen Entsorgungsunterneh­men zu einem flexiblen Akteur im Bereich des Umweltschutzes verändert hat, davon konnten sich rund 25 interessierte Wehrheimer mit Vorsitzender Helmut Bruns und dessen Stellvertreterin Judith Heck sowie SPD-Fraktionschef Kuno Leist auf der Deponie Brandholz informieren.

Vor allem auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie in Wicker bei Flörsheim demonstriert die RMD, in welchen Geschäftsfeldern sie künftig Gewinn erwirtschaften will. „Wir sind mittlerweile der größte Ökostrom-Produzent im Rhein-Main-Gebiet”, berichtete Mehler. Mit Streuobstwiesen, Reiterhof und eigenen Weingärten steig man jetzt sogar in die Biolandwirtschaft ein.

„Längst hat sich der Deponiepark Wicker als Unternehmensstandort entwickelt. Neben unseren 120 Mitarbeitern beschäftigen dort andere Unternehmen ebenfalls mehr als 100 Mitarbeiter”, sagte Mehler. Auch auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie Brandholz und in Grävenwiesbach will man aktiv werden. „Für Brandholz planen wir zum Beispiel eine Bürgersolaranlage.

Doch gibt es auch Probleme: Durch die Terminverzögerung beim Bau der Müllverbrennungsanlage in Frankfurt hat die RMD aus der Not ein weit verzweigtes Entsorgungssystem für den Müll aus dem Main-Taunus-Kreis und dem Hochtaunuskreis entwickeln müssen. 160000 Tonnen Hausmüll werden derzeit noch per Lkw in die Müllverbrennungsanlagen im ganzen Bundesgebiet transportiert. „Das ist ja richtiger Mülltourismus, der der Umwelt schadet”, war ein Vorwurf, den Mehler nicht entkräften konnte. Doch es gibt auch umweltfreund­lichere Wege, den Müll aus dem Hochtaunuskreis zu entsorgen. „Bis zur Inbetriebnahme der An­lage in Frankfürt rollt sogar wö­chentlich ein Güterzug mit 20 Waggons ins schweizerische Rhonetal. Im dortigen Müllheizkraft­werk wird sogar Strom aus dem Müll unserer Region erzeugt”, berichtete Mehler, (map)

Text mit freundlicher Genehmigung der Taunus Zeitung

03.08.2007
Schweizer machen Hochtaunus-Müll zu Strom

Die SPD-Ferienfraktion informierte sich auf der Deponie Brandholz über die Müllpolitik im Hochtaunuskreis.

Neu-Anspach/Wehrheim. Was hat es mit dem “Mülltourismus” im Hochtaunuskreis auf sich? Das wollten die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Wehrheim erfahren, die sich mit der SPD-Ferienfraktion zur Deponie Brandholz aufgemacht hatten.

Hier bekamen sie vom Ge­schäftsführer der Rhein-Main-De­ponie (RMD) GmbH, Gerd Mehler, Antworten auf diese und viele andere Fragen. „Die Zeiten, als der Kompost auf die hauseigenen Misthaufen kam, sind tatsächlich längst vorbei. Damals kamen die wenigen Verpackungen einfach in den Ofen”, berichtete Mehler. „Mit dem Aufkommen der Plastikverpackungen wurde auch die moderne Müllabfuhr begründet, weil aus den Öfen plötzlich gefährlicher Rauch aufstieg und der Hausmüll immer häufiger wild am Rande der Ortschaften entsorgt wurde.”

Dass sich die RMD längst vom klassischen Entsorgungsunterneh­men zu einem flexiblen Akteur im Bereich des Umweltschutzes verändert hat, davon konnten sich rund 25 interessierte Wehrheimer mit Vorsitzender Helmut Bruns und dessen Stellvertreterin Judith Heck sowie SPD-Fraktionschef Kuno Leist auf der Deponie Brandholz informieren.

Vor allem auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie in Wicker bei Flörsheim demonstriert die RMD, in welchen Geschäftsfeldern sie künftig Gewinn erwirtschaften will. „Wir sind mittlerweile der größte Ökostrom-Produzent im Rhein-Main-Gebiet”, berichtete Mehler. Mit Streuobstwiesen, Reiterhof und eigenen Weingärten steig man jetzt sogar in die Biolandwirtschaft ein.

„Längst hat sich der Deponiepark Wicker als Unternehmensstandort entwickelt. Neben unseren 120 Mitarbeitern beschäftigen dort andere Unternehmen ebenfalls mehr als 100 Mitarbeiter”, sagte Mehler. Auch auf dem Gelände der ehemaligen Hausmülldeponie Brandholz und in Grävenwiesbach will man aktiv werden. „Für Brandholz planen wir zum Beispiel eine Bürgersolaranlage.

Doch gibt es auch Probleme: Durch die Terminverzögerung beim Bau der Müllverbrennungsanlage in Frankfurt hat die RMD aus der Not ein weit verzweigtes Entsorgungssystem für den Müll aus dem Main-Taunus-Kreis und dem Hochtaunuskreis entwickeln müssen. 160000 Tonnen Hausmüll werden derzeit noch per Lkw in die Müllverbrennungsanlagen im ganzen Bundesgebiet transportiert. „Das ist ja richtiger Mülltourismus, der der Umwelt schadet”, war ein Vorwurf, den Mehler nicht entkräften konnte. Doch es gibt auch umweltfreund­lichere Wege, den Müll aus dem Hochtaunuskreis zu entsorgen. „Bis zur Inbetriebnahme der An­lage in Frankfürt rollt sogar wö­chentlich ein Güterzug mit 20 Waggons ins schweizerische Rhonetal. Im dortigen Müllheizkraft­werk wird sogar Strom aus dem Müll unserer Region erzeugt”, berichtete Mehler, (map)

Text mit freundlicher Genehmigung der Taunus Zeitung